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Ehe- und Familienrecht

Das Ehe- und Familienrecht umfasst alle Bereiche der Scheidung, das Recht des Unterhalts und zwar sowohl für den Ehegatten während des Getrenntlebens als auch nachehelichen Unterhalt, alle Fragen im Zusammenhang mit den Kindern, d. h. Sorgerecht, Umgang, Kindesunterhalt.

Zur Scheidung gehören auch der Versorgungsausgleich, d. h. der Ausgleich der Ansprüche für die Altersversorgung, die in der Ehezeit erworben worden sind, der Zugewinnausgleich, d. h. die Regelung der Vermögensauseinandersetzung, sofern ein Vermögenszuwachs in der Ehe erzielt wurde oder auch der Gesamtschuldenausgleich, d. h. insbesondere, wenn die Ehepartner gemeinsame Schulden noch zu bezahlen haben, die Regelung des gemeinsamen erworbenen Hausrates und das Recht an der Ehewohnung.

Allgemein zum Familienrecht gehören die immer wichtigeren Bereiche von Ausbildungs- und Volljährigenunterhalt aber auch der Unterhalt den Eltern gegen ihre Kinder verlangen. Dies geschieht häufig nicht von den Eltern selbst, sondern wenn diese als Rentner in Alten- und Pflegeheimen untergebracht sind, durch die Heimträger, bzw. Sozialhilfeträger. Aufgrund gesetzlicher Vorschriften, nachdem der Unterhaltsanspruch auf diese übergeht.

Bei all diesen Problemfeldern gibt es nicht nur viel zu berechnen, sondern auch viel abzuwägen, da in der Regel einer außergerichtlichen Einigung der Vorzug zu geben ist. Ich vergleiche dieses stets damit, dass ein Richter bei einem Streit zwei Beteiligten, die sich um die Zutaten für eine Suppe streiten, nie Zutaten für eine ganze Suppe zuteilen kann, sondern jedes Problem einzeln klären und ausurteilen muss. Eine gütliche Einigung kann aber die Interessen soweit austarieren dass, um im Bild zu bleiben, nicht der eine alles Fleisch und der andere alles Gemüse bekommt.

Scheidung online?

Scheidung online ist heute ein beliebtes Schlagwort. Sie werden dieses Schlagwort auf vielen Seiten im Internet von Anwälten finden, die erklären, dass sie Familienrecht schwerpunktmäßig betreiben. Scheidung online halte ich für Unsinn. Das Ehe- und Familienrecht ist kein Rechtsgebiet, das man formularmäßig, wie die Beitreibung von Forderungen im Mahnbescheidsverfahren betreiben kann. Hier gehört dazu, dass sich der Mandant vertrauensvoll auch mit heiklen Problemen seinem Anwalt öffnet.

Wenn im Internet mit einem Scheidungsformular vorgegaukelt wird, man könne durch Ausfüllen eines solchen Blattes alle Probleme im Zusammenhang mit der Scheidung lösen, so ist darauf hinzuweisen dass, "um die Schwellenangst abzubauen" dabei bestimmte kritische Fragen gar nicht gestellt werden. So werden Sie in keinem der Formulare die Frage nach Ihrem Einkommen finden, eine Scheidung kann aber ohne eine solche Angabe gar nicht durchgeführt werden.

Auch bei dem Scheidungsantrag ist (entweder bei Personen mit geringem Einkommen Prozesskostenhilfe einzureichen oder) ein Gerichtskostenvorschuss einzubezahlen. In jedem Fall ist der Gegenstandswert anzugeben, dieser berechnet sich aus dem dreifachen Familieneinkommen. Nach diesem Wert werden dann die Gerichtskosten aus dem dazu heranzuziehenden Gesetz, wie Gerichtskostengesetz oder Bundesrechtsanwaltsgebührenordnung ermittelt. Diese Fragen stellt Ihnen der Online-Scheidungsantrag aber nicht, er könnte Sie ja verschrecken. Selbst bei zunächst einfach erscheinenden Scheidungswünschen können im Verlauf des Verfahrens Probleme auftreten, die eine vertrauensvolle Zusammenarbeit im persönlichen Gespräch zwischen Mandant und Anwalt erfordern. Dabei sollte es das Ziel eines guten Anwalts im Bereich des Ehe- und Familienrechtes sein, nicht ein Teil des Problems zu werden, in dem er Salz in offene Wunden streut und die zu scheidenden Eheleute gegeneinander aufhetzt, sondern meiner Ansicht nach sollte das Ziel sein, ein Teil der Lösung zu sein, d. h. insbesondere, wenn Kinder vorhanden sind, die Eheleute in eine Situation zu versetzen, in der sie sich der Tatsache bewusst werden, dass sie zwar ihre Paarbeziehung aufgeben aber bis an ihr Lebensende Eltern bleiben. Die deutsche Sprache kennt kein Wort für einen alleinstehenden Vater oder Mutter als Beziehung für Eltern. Allein das Wort Elternteil drückt aus, dass ein Elternteil nicht das Ganze darstellen kann. Das Kinder das Ganze, d. h. die Eltern nach der Scheidung noch brauchen, ist im Moment der Trennung für die Mutter oder den Vater mit den unter Umständen heftig erlittenen persönlichen Verletzungen schwer zu erfassen. Hier kann und muss das persönliche Gespräch mit dem Berater helfen. Nicht der Computer. Der Computer ist ein wunderbares Hilfsmittel, z. B. zum Durchführen von Berechnungen oder zur Informationsbeschaffung und zum Spielen. Das persönliche Vertrauen zwischen Anwalt und Mandant kann er weder herbeiführen noch ersetzen.

Ich bin Fachanwalt für Familienrecht. Das heißt zur Erläuterung, dass ich gegenüber der Rechtsanwaltskammer nachweisen musste, dass ich besonders viel auf dem Gebiet des Ehe- und Familienrechtes tätig bin und über zehn Jahre nach dem Abschluss des Studiums noch einmal durch Ablegen einer Prüfung und die Teilnahme an einem langen Fortbildungskurs nachweisen musste, dass ich auch die entsprechenden Kenntnisse auf dem Gebiet des Ehe- und Familienrechtes verfüge. Außerdem beinhaltet die Verpflichtung regelmäßig Fortbildungen zu besuchen, die gegenüber der Rechtsanwaltskammer nachzuweisen sind, damit der Fachanwalt stets auf dem neuesten Stand in seinem Rechtsgebiet ist.